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Vortrag von Sterbeforscher Bernard Jakoby: Wir sehen uns wieder! Phänomene in Todesnähe und Nachtodkontakte


Am 12. September konnte Fuchsbau-Vorstandsmitglied und Moderatorin Angela Behrens den eigens aus Berlin angereisten Sterbeforscher
Bernard Jakoby sowie knapp 200 Zuhörer im Barsinghäuser Zechensaal begrüßen. Der Autor zahlreicher Bücher rund um die Themen Sterben und Trauerarbeit gilt als Nachfolger von Elisabeth Kübler-Ross, der Begründerin der Sterbeforschung. In 5 Jahrzehnten hat er unzählige Menschen interviewt, die selbst eine Nahtoderfahrung hatten oder andere Erlebnisse hatten, die man als „Nachtodkontakte“ bezeichnet weil Hinterbliebene das ganz reale Gefühl haben, ihre verstobenen Herzensmenschen spüren, riechen oder anderweitig wahrnehmen zu können. Ein anscheinend weit verbreitetes, und doch tabuisiertes Phänomen: Er betonte, dass derartige Erfahrungen einen stark positiven Einfluss auf den Trauerprozess haben. Und doch werde selbst im Verwandten- und Freundeskreis kaum darüber gesprochen, aus Angst, nicht für voll genommen zu werden. 

In seinem Vortrag setzte sich Bernard Jakoby mit dem Sterbeprozess, Nahtoderfahrungen und Nachtod-Kontakten. In seiner jahrzehntelangen Forschung ist er – auch durch neuere Studien bestärkt – zu dem Schluss gekommen, dass mit dem Tod zwar aller körperlicher Schmerz aufhört, das Bewusstsein aber wirklich weiter existiert, unsere Verstorbenen also weiter an unserem Leben teilnehmen und sich gelegentlich in Nachtoderlebnissen auch bemerkbar machen können. Tatsächlich ging etwa jede vierte Hand in die Höhe, als er fragte, wer schon einmal so einen Nachtodkontakt erleben durfte, bei dem er ganz sicher sei, seinen Verstorbenen wahrgenommen zu haben. Nach seiner Überzeugung ist der Tod nur ein Übergang in eine andere Form des Seins.

Bei der anschließenden Diskussion kamen auch zahlreiche interessante Fragen und Schilderungen von eigenen Erlebnissen rund um die Thematik. Gerade im Zusammenhang mit Nahtoderfahrungen, die reanimierte Personen während eines Herzstillstands gemacht haben, gibt es inzwischen zahlreiche Studien aus allen Kulturkreisen. Alle Menschen erleben dabei Ähnliches, gewisse Kriterien wie das Aufsteigen ein einer Art Tunnel hin zu einem strahlenden, göttlichen Licht und das Wiedersehen mit längst verstorbenen Verwandten und Freunden werden immer wieder berichtet. Auch die Frage nach Schuld und Vergebung spielte für die Fragenden eine Rolle. Die Auswertung zigtausender Nahtoderfahrungen hat auch gezeigt, dass zum Sterbeprozess häufig eine Art „Lebensrückschau“ gehört, bei der die Betroffenen Ihr ganzes Leben noch einmal im Schnelldurchlauf erleben, jedoch nicht nur aus ihrer Perspektive, sondern auch empatisch aus Sicht ihrer Gegenüber. Dabei könne es dann auch zu einer bereuenden Selbsterkenntnis über das eigene Verhalten kommen. Viele Menschen änderten daher nach einer Nahtoderfahrung grundlegend ihr bisheriges Leben, werden empatischer und engagieren sich für andere. Sie schildernauch, dass Gott die reine Liebe sei, er werte nicht und verurteile niemanden. Niemand müsse sich vor seinem Tod fürchten oder befürchten, nicht eines Tages seine lieben Verstorbenen wieder zu treffen.